
Ein Reisebericht der Wanderfreunde Bodensee
Als wir uns im Frühjahr am heimischen Bodensee zusammensetzten, um unser Ziel für den diesjährigen Sommerurlaub zu planen, war die Wunschliste lang: Wir wollten hoch hinaus, aber gut essen; wir brauchten Platz für unsere ganze Truppe, aber wollten trotzdem Privatsphäre. Unsere Wahl fiel auf das Ahrntal in Südtirol – und um es vorwegzunehmen: Es waren Wanderferien wie aus dem Bilderbuch.
Unser Basislager: Gemeinsam unter einem Dach
Da wir als größere Gruppe unterwegs waren, ist es oft schwer, eine Unterkunft zu finden, in der wir alle zusammen sein können, ohne uns auf die Füße zu treten. Im „Haus Walpurga“ in St. Peter haben wir genau das gefunden. Das Haus ist ideal für Gruppen zwischen 8 und 22 Personen.
Der riesige Aufenthaltsraum und die große Küche mit ihren acht Kochfeldern wurden schnell zum Herzstück unserer Abende. Nach den Wanderungen haben wir dort gemeinsam gekocht und die Erlebnisse Revue passieren lassen. Besonders schön war, dass fast alle unsere Zimmer einen eigenen Balkon hatten, sodass man schon morgens mit dem Blick auf die Wiesen und Berge aufwachen konnte.
Wanderlust zwischen Dreitausendern
Für uns „Flachländer“ vom Bodensee ist die Kulisse im Ahrntal überwältigend. Das Tal ist umgeben von vielen Dreitausendern. Wir haben die Vielfalt der Wege sehr genossen: Mal gemütlich auf dem „Sonnenweg“ direkt von unserem Haus aus, mal anspruchsvoll hinauf zur Schwarzensteinhütte. Die Luft dort oben im Naturpark Rieserferner-Ahrn ist einfach anders – frischer und klarer.
Wasser, Action und Kultur
Aber wir sind nicht nur gewandert. Das Ahrntal bietet unglaublich viel Abwechslung rund um das Element Wasser. Ein absolutes Highlight war für einige von uns die „Fly-Line“ an den Reinbachfällen bei Sand in Taufers. Man schwebt dort gesichert in engen Kurven durch den Wald und an den Wasserfällen vorbei – ein sanftes, aber spektakuläres Erlebnis. Die Mutigeren in unserer Gruppe haben sich beim Rafting auf der Ahr in die Fluten gestürzt („oben nass und unten nass“, wie es so schön heißt).
An einem Ruhetag haben wir die imposante Burg Taufers besichtigt, eine der mächtigsten Burgen Südtirols. Der Tipp unseres Vermieters war Gold wert: Danach gab es Kaffee und Kuchen im Burgcafé mit einer sensationellen Aussicht über das Tal. Auch der Besuch in der Schnitzerei Kirchler in St. Johann war faszinierend, dort haben wir wunderschöne Krippen bestaunt.
Entspannung pur: Cascade und Klimastollen
Nach den vielen Höhenmetern brauchten unsere Waden Erholung. Dafür war die „Cascade“ in Sand in Taufers perfekt. Wir genossen den Naturbadeteich mit seiner großen Liegewiese. Die Architektur dort ist wirklich besonders und fügt sich toll in die Landschaft ein. Vor allem der Saunabereich und das beheizte Outdoorbecken waren eine Wohltat.
Ein ganz besonderes Erlebnis der Ruhe fanden wir im Klimastollen in Prettau. Wir fuhren mit der Grubenbahn 1.100 Meter tief in den Berg. Die Luft dort drinnen ist absolut rein und allergenfrei, was besonders für unsere Allergiker eine Wohltat war. Dort unten, im Schoß der Erde, herrscht eine Stille, die man in unserer hektischen Welt kaum noch kennt.
Die Kombination aus der gemütlichen Gruppenunterkunft im Haus Walpurga, der gewaltigen Naturkulisse und den vielfältigen Möglichkeiten von Rafting bis Wellness hat diese Woche für uns unvergesslich gemacht. Wir nehmen nicht nur Südtiroler Speck und Käse mit zurück an den Bodensee, sondern vor allem viele wunderbare Erinnerungen.